Anfang des Monats fand der Qualitag auf der Vereinsbahn des IPN Roderath e. V. statt, der sehr bekannte und seit zig Jahrzehnten beliebte Verein in der Voreifel. Auch wenn ich die letzten Monate nicht wirklich viel und auch nicht intensiv trainieren konnte fuhr ich – spontan – mit Snarpur und Mímir hin und startete in der T7 (Snarpur) sowie im schweren Viergang (Mímir). Für meinen selbst gezogenen, selber ausgebildeten und selber vorgestellten Junghengst Snarpur, der 2 Jahre lang verletzt gewesen ist und sich eigentlich erst auf dem Ausbildungsstand eines 5-jährigen befindet, war es der 1. Turnierstart seines Lebens. Um ihn zu schonen und es ihm so leicht wie möglich zu machen nahm ich an der einfachen Töltprüfung teil, die er hervorragend meisterte und nach der Vorentscheidung mit dem 3. Platz beendete (von insgesamt 28 Startern). Mit seiner Benotung zwischen 6,0 und 6,5 war ich sehr zufrieden zumal er rundum gleich beschlagen ist, ohne Silikon und Platte, und nur mit 155 g Boots lief. Aber am meisten hat mich sein unglaublicher Charakter begeistert denn er achtete schon beim Abreiten überhaupt nicht auf sein quirliges Umfeld sondern war zu 100% auf mich fokussiert. In seiner Prüfung liefen 3 Stuten mit, die er überhaupt nicht beachtete und selbst beim Überholen keines Blickes würdigte, trotz aktueller Hormon-Hochsaison. Mit dieser überaus positiven und extrem zuverlässigen Arbeitseinstellung bei hohem Temperament und Leistungsbereitschaft lässt sich viel erreichen.

 

Mímir startete zum ersten Mal in Deutschland im schweren Viergang denn bisher hatte ich nur eine einzige (leichte) Töltprüfung mit ihm letztes Jahr geritten. Er ist zwar immer noch etwas sensibel im Maul (ein großes Zahnproblem hatte er aus Island mitgebracht) aber es wird zum Glück konstant besser, auch wenn es viel Zeit benötigt. Dadurch bedingt lässt seine Durchlässigkeit immer noch etwas zu wünschen übrig und er reagiert nicht schnell genug auf die Zügelhilfen. Auch müssen wir uns als Team erst einmal zusammen finden und ausprobieren, wie lange er vor einer Viergangprüfung abgeritten werden muss um zwar ausreichend aufgewärmt aber noch nicht zu müde zu sein. In seiner Prüfung verhielt er sich souverän und nervenstark, absolvierte alle Aufgabenteile ohne grobe Fehler und endete auf dem 2. Platz von 27 Startern nach der Vorentscheidung. Natürlich war es noch nicht perfekt aber seinen Noten lagen alle zwischen 6,0 und 6,5, was durchaus ein akzeptables Ergebnis ist, bei einem rundum 8er Beschlag (ohne Sonstiges!) und nur 70 g leichten Gummiglocken. Viel wichtiger jedoch war für mich, dass wir beide gut zusammen gearbeitet haben und er – trotz etwas viel Energie – sein Bestmöglichstes gab und die ganze Zeit auf mich fokussiert war.

Mit beiden Hengsten war ich sehr zufrieden und haben mich riesig darüber gefreut, dass wir als „TEAM“ gut auf unserer ersten Prüfung zusammengearbeitet haben. Nun gebe ich mein Bestes sie weiter aufzubauen und hoffe sehr, dass uns in diesem Jahr endlich weder verletzungs- noch zeitbedingte Ausfälle zurück werfen.

 

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